Tips für Patienten

Einige wichtige Themen, die immer wieder gefragt werden: 

 

Wie finde ich einen Therapeuten/in?

Der Kassenärztliche Vereinigung Bayers (KVB) hat einen Informationsdienst für freie Therapie - Plätze eingerichtet (www.kvb.de - Psychotherapieplatz - Vermittlung); sie ist telefonisch erreichbar unter Nr. 0921 787765 - 40410. Es lohnt sich dennoch, Kontakt über Telefon oder brieflich zu TherapeutInnen herzustellen - auch Empfehlungen können hilfreich sein, Hemmungen abzubauen. In jedem Fall sollte man sich nur dort in Behandlung begeben - nachdem man sich in Probekontakten einen Eindruck verschafft hat - wo man das Gefühl hat, verstanden worden zu sein, evtl. Entlastung erfahren zu haben. Das kann mehrere Versuche erforderlich machen! 

Lassen Sie sich nicht entmutigen! 

 

Autonomie des/r Patienten/in?

In der Regel wird man durch eigene Willenserklärung zum Patienten: In dem man sich an einen Arzt/Therapeuten wendet, darauf hin eine Untersuchung der Problematik erfolgt, eine Diagnose gestellt wird und eine Therapie vorgeschlagen wird, zu der die Zustimmung des Patienten erforderlich ist. Insofern sind beide - Arzt und Patient - von einander abhängig. Das Gefühl der Abhängigkeit kann ein wichtiger Inhalt der therapeutischen Arbeit sein. 

 

Diagnose

hat verschieden Bedeutung als: 

  1. sozialrechtliche Grundlage für die Kostenübernahme durch Kostenträger (z.B. gesetzliche Krankenkassen, die eine Einordnung nach Diagnoseschlüssel ICD 10 verlangen). 
  2. Einordnung in verschiedene Diagnosesystem z.B. für Forschungszwecke (z.B. ICD 9, ICD 10, ICD 11; DSM 3, DSM 4, DSM 5,OPD 1 und 2 usw.). Dabei handelt es sich oft um rein statistische Verarbeitung von definierten Merkmalen (deskriptiv definierte Items) ohne auf innere, verstehbare Zusammenhänge abzuzielen. 

Immer besteht die Gefahr der Verfremdung, Verunsicherung oder Kränkung bzw. Entmutigung für den Betroffenen, wenn er auf seine Fragen keine ausreichenden  oder verständlichen Antworten erhält ("Was ist mit mir, was bedeutet das, was hilft mir"). 

 

Im psychotherapeutischen Bereich hingegen geht es um eine Entwicklungsdiagnose; und damit um die Bedeutung für das Leben: Was dem Leben/Überleben dient, ist Hinweis auf Lebensfähigkeit und Entwicklungsfähigkeit. Die Diagnose (im Sinne von 'durch und durch erkennen') wird im Prozess der Selbsterfahrung/Selbsterkenntnis zwischen Patient und Therapeut immer klarer und individuell zutreffender. 

 

Therapieabbruch - Therapeutenwechsel?

In einer Therapie kann es schwierig sein zu unterscheiden, ob die begonnene Behandlung falsch läuft und besser abgebrochen wird, oder ob es sich um eine Krise handelt, die es in der Therapie zu bewältigen gilt:  Muten Sie Ihrem Therapeuten/in einfach alles zu, was Ihnen an Zweifeln oder Einwänden einfällt, er/sie sollte darauf eingehen können und offen mit Ihnen darüber reden. 

Wenn Sie sich nicht anders zu helfen wissen und sich an einen anderen Therapeuten wenden - ein kompetenter Therapeut wird Ihnen bei der Klärung der Situation helfen und Sie ermutigen, die Lage mit ihrem bisheriger Therapeuten zu klären, ehe er Ihnen einen Therapeutenwechsel vorschlägt.